Adler auf einem Felsen

 

Auf Goldgrund, der durch langjähriges Tragen des Inrō stark berieben ist, steht auf jeder Seite jeweils ein Raubvogel auf einem Felsen: der schwarze Vogel wendet sich zurück, der goldene Vogel schaut nach unten. Die Raubvögel sehen aus, als ob sie eingelegt seien, doch nicht wie oft aus Metal, sondern aus einer wahrscheinlich vorgefertigten Applikation. Der schwarze Vogel sieht aus, als ob er aus der Kupferlegierung shakudō sei, während der andere Vogel die Anmutung von Gold hat. Die Felsen sind im unteren Bereich von leicht gekräuseltem Wasser umgeben, während sie im oberen Bereich von Gräsern, Farnen und Blattwerk eingefasst sind.

Die Technik, ein inrō mit vorgefertigten Applikationen von ausgestanzten Vögeln zu schmücken, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Siehe: Heinz und Else Kress, Dating & Catagorizing inrō: a Look an Some Independent Workshops Producing inrō in the Seventeenth Century, in: Transactions of the Asiatic Society of Japan, 5. Serie, Bd. 5 (2013), Supplement, Abb. 15 und 16. Interessant ist, dass bei gleichbleibendem Vogelmotiv deren Umfeld immer unterschiedlich gestaltet ist.