Itō Shinsui 伊東深水 (1898-1972)

 

Die Darstellung basiert auf einer legendären Episode in der Biographie des Mönches Saigyo Hōshi (1118-1190), der — von Regen überrascht — im Vergnügungsviertel von Eguchi in der Provinz Settsu (heute Osaka) um ein „Obdach für einen Augenblick“ bat. Es entspann sich daraufhin ein Gedichtaustausch zwischen der Kurtisane Eguchi no kimi und dem Mönch, das reich ist an buddhistischen und philosophischen Anspielungen. Im 15. Jahrhundert wurde diese Geschichte zu einem Nō-Stück verarbeitet, in dem die Kurtisane sich als Inkarnation des Bodhisattva Fugen offenbart. In der Edo-Zeit wurde diese Erzählung weiter verwertet und war ein beliebtes Travestie (mitate)-Thema der ukiyo-e-Künstler. Maler stellten Eguchi no Kimi auf Fugens Reittier, einem Elefanten, dar. Der Fuji hier hingegen ist eine Anspielung auf eine beliebte Episode des Saigyō, der auf seiner Wanderung innehält und den Berg Fuji bewundert.

Itō Shinsui wurde in Tokyo geboren und hat die Malerei bei Kaburagi Kiyokata gelernt. Er wurde vor allem für seine Holzschnitte von schönen Frauen (bijin) berühmt, die in den Jahren von 1916 bis 1960 entstanden. Auch entwarf er Illustrationen und kuchi-e für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Als Maler wird er der nihonga-Schule zugeordnet. Shinsui war Aussteller auf den Bunten- (ab 1915), Teiten- (ab 1924) und nach dem Krieg den Nitten-Ausstellungen. Lit.: Roberts, S. 58.