Affengaukler

 

Der Affengaukler steht im Gleichgewicht mit einem Bambusstab in der rechten Hand und einem Korb an der Hüfte. Er hat ein Bündel um den Rücken gebunden, auf dem ein Affe in ärmelloser Weste kauert und frech mit aufgerissenen Augen ihm über die Schulter schaut.

Der Affengaukler (sarumawashi, wörtlich: Affen-Dreher) gehörte zu den Straßenunterhaltern, die in der Neujahrszeit ihre Affen nach Art eines Manzai- oder Sanbasô-Tänzers kleideten und sie deren Tänze nachahmen ließen. Die Sitte, Affen zu dressieren und sie zur Belustigung der Bevölkerung durch die Straßen zu führen, ist erstmals für das 8. Jahrhundert belegt. In späterer Zeit war es den Affengauklern erlaubt, in die Residenzen der Samurai zu gehen, um dort die Pferde mit ihren Affen wach zu halten oder zu Neujahr die Affen vor den Pferdeställen tanzen zu lassen. Es heißt, Spione verkleideten sich als sarumawashi und erhielten als solche Zugang in die shogunalen und fürstlichen Residenzen, wo sie auf diese Weise die Tätigkeiten des Feindes in Erfahrung bringen konnten. Ein Grund für die Beliebtheit der sarumawashi-Darstellung könnte auch sein, dass die Affen-Vorführungen eine Möglichkeit boten, Adel (kuge) und Samurai mit einem Minimum an Verkleidung zu parodieren.