Gatten

 

Gatten steht in würdevoller Haltung mit einem großen Blattfächer in der Hand. Ihre Roben sind in der Taille mit einem zu einer Schlaufe gebundenem Gürtelband zusammengehalten, über ihren Schultern flattert, von einem Windstoß erfasst, ein langes Schalband. Der Hase am Gewandsaum ist das identifizierende Merkmal.

Gatten ist hier in weiblicher Gestalt präsentiert. Eigentlich ein geschlechtloser bodhisattva, ist er einer der Zwölf Schutzgottheiten (jūniten) im Pantheon des japanischen esoterischen Buddhismus. Sein Attribut ist der Mond, mit einem darin dargestellten Hasen.

Joryū 如柳 (tätig ca. 1820-1860) sollte nicht mit Shōunsai Joryū 升雲齋如龍 verwechselt werden. Nach Meinertzhagen war er Schüler des Jobun. Fast alle bekannten Stücke dieses Schnitzers sind aus Elfenbein. Sie zeigen Gestalten aus der japanischen und chinesischen Geschichte oder aus dem Alltag. Die Figuren sind klein und haben markante, länglich ovale Gesichter mit hoher Stirn und elegant geschwungenen Brauen und Oberlidern. Die Gewandmuster sind sorgfältig ausgearbeitet.