Manzai-Tänzer

 

Der Manzai-Tänzer steht vorgebeugt mit einem wenig angehobenen Fuß. Der Kopf mit hohem Hofhut (eboshi), dessen Hutband unterhalb des Kinns zu einer Schleife gebunden ist, ist zurückgelegt, so dass das Gesicht des freundlich lächelnden Mannes mittleren Alters ganz auf den Betrachter ausgerichtet ist. Die Hand mit einem kleinen Schellenbaum ist ausgestreckt, so dass der weite Ärmel in seiner Gänze zu sehen ist, während die Hand, die den Faltfächer hält, von dem Ärmel verdeckt ist. Die weiten Hosen (hakama) und die Jacke sind mit Kiefernschösslingen in Gravur dekoriert, am Rücken ist ein Kranich mit weit ausgebreiteten Schwingen zu sehen. Schösslinge und Kranich sind die gängigsten Neujahrssymbole. Sie stehen für Langlebigkeit.

Manzai-Tänzer waren die populärsten Straßenunterhalter an den Neujahrstagen. Sie zogen durch die Straßen, begleitet von ihrem Trommler, dem saizō, und sangen freche Liedchen, die von manzai (auch banzai 万歳, wörtlich: zehntausend Jahre)-Hochrufen unterbrochen wurden. Mit den Bewegungen des Fächers winkten sie das Glück herbei bzw. fächerten es in die Häuser.

Yamada Hōjitsu 山田法實 (ca. 1800-1872) galt als einer der besten Netsuke-Schnitzer in Edo/Tokyo. Seine Arbeiten sind realistisch und elegant. Die Ausführung ist exakt, die Details gut ausgearbeitet und die Augen durch Einlagen aus Horn oder Glas realistisch wiedergegeben. Die Figuren sind in der Regel klein und etwas okimono-haft. Er führte eine große Werkstatt mit vielen Schülern.