Shishi

 

Das große Tier liegt mit zusammengelegten Vorderpranken, während er sich mit der linken Hinterpfote am Ohr kratzt und das andere Hinterbein über die Vorderpfote legt. Eine spitze Haarsträhne des Schweifes liegt zwischen den Hinterbeinen. Der Kopf ist von großen Augen und einem sehr breiten Maul mit beweglicher Kugel in Inneren gekennzeichnet.

Shishi („Löwe“) oder kara-shishi (chinesischer „Löwe“) werden in Japan jene Tiere genannt, die mehr Ähnlichkeit haben mit der tibetischen Langhaarhunderasse lhassa-apso (chin. shizi) als mit dem eigentlichen Löwen, der in Ostasien nicht heimisch ist.

Shishi gelten als Verteidiger der buddhistischen Lehre und — koma-inu genannt — als Beschützer der Tempel und Schreine. In der buddhistischen Ikonographie ist der shishi das Reittier des Monju Bosatsu (sansk. Bodhisattva Manjusri). Auch wird die Macht der buddhistischen Lehre mit der Macht des Löwen verglichen.

Ab dem 16. Jahrhundert sind die shishi in Japan, wo ihre Darstellung aus China übernommen wurde, auch Sinnbilder von Kraft und Mut. Sie können 500 Meilen an einem Tag zurücklegen. Im Spiel mit einem Brokat-Ball, von dem lange Bänder hängen, lassen sie ihr Temperament aus.