Glücksspatz (fukura suzume)

 

Der Glücksspatz ist ein „Klassiker“ unter den Netsuke. Die Krallenfüße sind bei diesem Netsuke besonders breit angelegt. Während der Körper durch die Materialität des Elfenbeins wirkt, sind die Flügel durch einzelne, gravierte Federn wiedergegeben.

Fukura suzume (脹ら雀) heißt wörtlich übersetzt „aufgeplusterter Spatz“. Seine Bedeutung als Glückssymbol beruht auf der Lautgleichheit von fuku, das sowohl „Glück“ 福 als auch „anschwellen“ 脹 bedeutet. Die Erfindung dieses Netsuke-Typus geht wahrscheinlich auf den Schnitzer Masanao aus Kyoto zurück. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts schuf er zahlreiche solcher Spatzen mit frechen Köpfen, kurzen, ausgebreiteten Flügeln und hochgestellten Schwanzfedern „wie bei der Liebeswerbung“ (Brockhaus 1925, S. 440) meist aus Elfenbein, seltener aus Buchsbaumholz.

Obwohl in der Literatur (Jonas, Ueda) Genkô 玄光 als Schnitzer von Eulen (fukurô) aus Elfenbein genannt wird, zeigt der Bestand an Netsuke mit dieser Signatur, dass er sich auf fukura suzume spezialisiert hat, offensichtlich in Nachfolge des Masanao und höchstwahrscheinlich ebenfalls in Kyoto gearbeitet hat.