Tekkai Sennin

 

Der stehende Tekkai Sennin trägt ein offenes Gewand, das Brust und Bauch entblößt. Um die Hüfte ist ein Blätterschurz gelegt, der von einem Band gehalten zusammengehalten wird. In der rechten Hand hält er einen Stab, während er mit der Linken in typischer Geste sich an den Kopf fasst. Die sorgfältig ausgehöhlten himotōshi befinden sich auf dem Rücken, wobei das untere in der typischen Manier des 18. Jahrhunderts größer ist. Das Stück besitzt eine sehr schöne, tiefe, rotbraune Patina.

Der Unsterbliche Tekkai (chin. Li Tieguai, wörtlich: Li Eisenkrücke) soll in der chinesischen Sui-Zeit (581-618) gelebt haben. Eines Tages wollte er zu einem Treffen mit Laozi auf den Berg Hua. Seinem Schüler sagte er, dass sein physischer Körper zurückbleiben würde, während seine Seele (hun) die Reise antreten würde. Falls diese nach sieben Tagen nicht zurück sei, dürfe er den Körper einäschern. Der Schüler äscherte den Körper jedoch bereits am 6. Tag ein und als Lis Seele am 7. Tag zurückgekehrte, fand sie seinen Körper nicht mehr vor. Daraufhin schlüpfte sie in den Körper eines Bettlers, der gerade verhungert war. In der Kunst wird Li Tieguai/Tekkai daher als ärmlicher Krüppel mit hässlichem Gesicht und Eisenkrücke dargestellt. Oft sind seine Lippen zum Aushauchen seiner Anima gespitzt, die somit auf ihre verhängnisvolle Reise schickt wird.

Obwohl hier die ikonographischen Merkmale des Tekkai nicht dargestellt sind — Lumpenkleidung, Krücke, Haarreif, geöffneter Mund bzw. gespitzte Lippen, ist die Figur ihrer ganzen Erscheinung nach als Tekkai zu identifizieren. Denn der in die Ferne gerichtet Blick, die Hand auf dem Kopf als Geste des Erstaunens und die von einem Windstoß erfassten Ärmel sind Anzeichen, dass etwas Übernatürliches geschehen ist. Skeptisch schaut er seiner Seele nach.