Ahornblätter auf Wellen

 

Umlaufend um beide Seiten sowie Ober- und Unterseite des Inrō schlängelt sich ein Bach, der in den Biegungen breiter wird, um dann wieder ein dünnes Rinnsal zu bilden. Die Uferzone ist weich modelliert, hie und da befindet sich ein Stein am Ufer. Von oben gleiten tänzelnd fünffingrige Ahornblätter herab, einige schwimmen bereits auf der Wasseroberfläche. Manche Blätter sind ganz golden, andere in einem dunkleren Goldton sind entlang der Ränder zart rot eingefärbt.

Das Motiv wird mit dem Tatsuta-Fluss identifiziert, der westlich von Nara die heutige Präfektur Nara durchfließt. Der Tatsuta-Berg südlich der alten Hauptstadt Nara war für die prächtige herbstlich Verfärbung seiner Ahornbäume berühmt. Deren auf dem gleichnamigen Fluss dahintreibende Blätter sind ein bekanntes Topos in der japanischen Dichtung.