Nägel

 

Das Inrō verblüfft durch seine ungewöhnliche Form, es ist zwar klein, doch von einem ungewöhnlichen Volumen. Da es besonders dickwandig ist, ist das Fassungsvermögen für Pillen oder Pülverchen relativ gering. Auch verwundert die Tiefe des Deckels. Der Dekor besteht aus Nägeln, die locker über sämtliche Seiten des Inrō verteilt sind. Ein solch willkürliches Arrangement wird in der japanischen Kunst „chirashi“ (Verstreutsein) bezeichnet.

Die japanischen Schreiner und Zimmerleute, im Hausbau oder bei der Fertigung von Möbeln, benutzten kaum Nägel. Die tatsächlich verwendeten Nägel, wakugi, bestehen aus handgeschmiedetem Eisen und haben einen viereckig gehämmerten flachen Kopf. Sie wurden meist eingesetzt, um Dachziegel an der Traufe zu befestigen. In einem der bedeutendsten und ältesten Tempel Japans, dem Hōryûji, wurden solche Nägel verwendet.