Bugaku-Tänzer

 

Dargestellt ist ein bugaku-Tänzer, erkennbar an seiner für bestimmte Rollen typischen Kopfbedeckung, genannt torikabuto (wörtlich: Vogel-Helm). Über den Pluderhosen trägt er einen Überwurf (ryôtô), der vorne wie eine Schürze herabhängt hinten aber in einer langen Schleppe endet, die hier zweckmäßigerweise nach oben geschlagen ist und mit klassischen Blütenrauten (hanabishi) in Gravur geschmückt ist. Die Ärmel sind nicht wie vorgeschrieben an den Handgelenken zusammengebunden. Der Tänzer hält eine Maske und einen Fächer. Statt einer großen bugaku-Maske sehen wir eine Buaku-Maske, die in kyôgen-Theaterstücken getragen wird. Sie stellt einen Haudegen dar, der sich in die Unterlippe beißt und diese nach innen zieht. Auch der Faltfächer vom Typ chûkei ist in diesem Zusammenhang eher ungewöhnlich. Die Schnurführung verläuft durch den herabhängenden Ärmel.

Bugaku war ein Tanz, der am Kaiserhof aufgeführt wurde. Er vereint in sich vielerlei kontinentale Einflüsse und wurde zu höfischer gagaku-Musik auf einer freistehenden quadratischen Bühne getanzt. Ein bugaku-typischer torikabuto und eine Mundorgel, Sinnbild der Begleitmusik, waren immer wieder Thema im japanischen Kunstgewerbe.