Drei Lampionfrüchte

 

Von einem waagerechten Stängel hängen drei unterschiedlich große Früchte und ein großes Blatt mit einigen kleinen Wurmlöchern. Die Umhüllung der größten Frucht ist aufgeplatzt, die dünne Haut hochgeklappt, so dass die rote Beere im Inneren sichtbar ist. Die Rippen der Umhüllungen sind außen durch gravierte Linien wiedergegeben.

Das auffälligste Merkmal der Physalis-Pflanze ist die aus den Kelchblättern sich entwickelnde, laternenähnliche, knallrote und papierene Umhüllung der runden roten Beere. Die Lampionfrüchte (hōzuki, lat. Physalis alkekengi) sind — nicht nur in Japan — auf Grund ihres dekorativen Aussehens beliebt. Im Juli finden in Japan Märkte statt, wo diese Pflanzen im Topf oder nur deren dekorative Stängel verkauft werden. Im Türeingang aufgehängt, sollen sie dem Aberglauben nach vor Blitzeinschlag schützen. Junge Mädchen sammelten sie, pressten die Samen aus der Beere und ließen den Ball im Mund mit einem kleinen Knall zerplatzen (nach Mock Joya). Gabor Wilhelm hingegen meint, dass die langsam reifende Frucht, die dann aber plötzlich aufplatzt und die rote Beere im Inneren zum Vorschein bringt, im alten Japan ein Sinnbild des sexuellen Erwachens von Jungen war.