Hotei und karako

 

Der stehende Glücksgott Hotei hält mit beiden Händen die Handpuppe eines manzai-Tänzers, nach der sich ein vor dem Glücksgott stehender chinesischer Junge (karako) reckt. Er greift nach der Puppe, wobei er sich an Hoteis Ärmel festhält.

Das Netsuke besticht durch die Vielfalt an Details. Augenmerk ist die Puppe, die einen Neujahrstänzer in voller Aktion zeigt: das Bein ist zum rythmischen Stampfen angezogen, die rechte Hand hält einen großen Fächer, die linke einen Schellenbaum. Der Glücksgott lacht herzhaft und zeigt dabei eine saubere Zahnreihe und die Zunge, während das fordernde Kind den Kopf tief in den Nacken gelegt hat, um zur Puppe hochzuschauen. Differenziert ausgeführt sind die Muster der Gewänder. Kranich und Kieferschösslinge auf der Weste der manzai-Puppe sind Hinweise auf Neujahr, die S-förmigen Ranken auf Hoteis Robe sind von winzigen Punkten umgeben. Während der Mantel des Kindes mit Blütenzweigen verziert ist, ist die vom Mantel weitestgehend verdeckte Hose mit Rankenwerk fein gemustert.

Das Schriftzeichen „nobu“ 信 ist bei japanischen Künstler- und Schnitzernamen zwar recht häufig, aber einzeln und mit demselben kaō, wie auf dem vorliegenden Stück, ist es jenem Schnitzer zuzuschreiben, dessen Signatur sich durch den Zusatz Shōseidō auszeichnet. Das Shōseidō Nobu 松生堂信 signierte Netsuke des Saigyo Hōshi, den Fuji bewundernd, befindet sich in der Baur Collection, Genf. Shōseidō (Halle der lebenden Kiefer) könnte der Geschäftsname des Schnitzers gewesen sein.