Kaoshō Rochishin

 

Der grimmig dreinschauende Mann sitzt mit einem untergeschlagenen Bein auf einem Felsen. Er trägt einen Schurz mit Wolkenmuster und an den Füßen Schuhe mit gesteppten Sohlen. Mit der linken Hand umfasst er einen Stab mit auffälliger Holzmaserung, die rechte Hand ist als Ausdruck von Entschlossenheit und Kraft zur Faust geballt. Der kahlgeschorene Kopf mit Haarstoppeln, der mit Kirschblüten tätowierte Rücken und die behaarten muskulösen Arme weisen ihn als einen der starken Männer aus dem chinesischen Roman „Suikoden“ (chin. Shuihuzhuan, in deutscher Übersetzung „Die Räuber vom Liang Schan Moor“) aus.

Dieser Roman war auch in Japan sehr populär und in der bildenden Kunst wurde dessen Helden in der Serie „Tsūzoku Suikoden gōketsu hyakuhachinin no hitori“ (Die 108 Helden des populären Suikoden) aus den Jahren 1827 bis 1830 und anderen Werken von Kuniyoshi ein Denkmal gesetzt. Auf Grund des Stocks, des kahl rasierten Kopfes und des Blüten-Tattoo handelt es sich hier um Kaoshō Rochishin, einer der beliebtesten Gestalten unter den Suikoden-Helden. Sein unbändiger Tatendrang äußerte sich in der Zerstörung einer Tempelstatue und dem Spalten einer Kiefer. Hier scheint er, sich von einem seiner Kraftakte auszuruhen.