Skelett und Totenschädel

 

Ein Skelett sitzt auf den Fersen und hält einen Lotosstängel mit Knospe. Zwischen den Beinen und vor ihm liegt ein überdimensional großer Schädel, auf den das Skelett beide Hände legt. Sowohl der kleine als auch der große Schädel weisen im Oberkiefer einen komplette Zahnreihe auf.

Dieses Memento-Mori-Motiv spielt auf einen buddhistischen Mönch an, der seine Sutra-Rezitation mit dem Taktschlagen auf einem Gong (mokugyo) begleitet. Der Lotos hingegen symbolisiert die Reinheit der buddhistischen Lehre. Skelette oder Parodien, ausgeführt von Skeletten, waren in der Malerei sowie dem Holzschnitt und Kunstgewerbe der frühen Meiji-Zeit en vogue.

Tomonobu 友信 arbeitete im Stil des Yamaguchi Tomochika, dessen Werkstatt eine Reihe von Schnitzer hervorbrachte, die als Zeichen der Schulzugehörigkeit alle das Schriftzeichen „tomo“ oder „chika“ in ihrem Namen führten. Tomonobu hat seine Signatur meist groß in eine spitzovale Reserve geschrieben, die von einer geschwungenen Linie umrissen ist. Das Motiv des „Gong schlagenden“ Skeletts hat Tomonobu mehrfach in abgewandelter Form geschnitzt. Anhaltspunkt für die vorliegende Datierung ist das Netsuke zweier Skelette von Tadachika (Slg. Werdelmann, Museum Kunstpalast, Düsseldorf), das auf das Jahr 1865 datiert ist.