Stillleben: Siegel, Riechfläschchen und reishi-Pilze

 

Die Objektgruppe bildet eine länglich rechteckige Form. Das Siegel hat einen Knauf in Form eines liegenden Hirsches, auf der Unterseite sind die Schriftzeichen „fuku“ (Glück), „roku“ (Reichtum) und „ju“ (langes Leben) graviert. Die glückverheißende Kombination dieser Schriftzeichen wurde aus China übernommen. Zusammen gelesen bilden sie in Japan den Namen des Glücksgottes Fukurokuju. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt ein kürbisförmiges Riechfläschchen (nioibin), erkennbar an dem runden Stöpsel und der Einfassung der Öffnung in Art eines Blattkranzes. Im Inneren ist eine Landschaft in anabori geschnitzt. Drei Pilze (reishi/mannendake) mit verzweigten Stielen und mit einem bzw. zwei wolkenförmigen Hüten umgeben die Objekte. Reishi sind Symbole des langen Lebens. Während Siegel und Pilze sich in ihrer Symbolik ergänzen, bleibt die Bedeutung des nioibin ungeklärt. In Form eines Flaschenkürbisses spielt es vielleicht auf das der chinesischen Überlieferung nach von sennin (Unsterblichen) mitgeführte, in Flaschenkürbissen aufbewahrte Elixier des langen Lebens an. Das Netsuke drückt in seiner Gesamtheit also den Wunsch nach Glück und langem Leben aus.

Bei Meinertzhagen sind drei Ryūgyoku-Netsuke, darunter ein Pilzstillleben, abgebildet, deren Signatur in der gleichen Art (das erste Zeichen in Kursiv-, das zweite in Regelschrift) geschrieben ist und sich in einer ovalen oder gezackten Reserve befindet. Auf eine seiner Signaturen folgt das Siegel Seikô (Kiyomitsu) 青光. Meinertzhagen ist der Meinung, dass Ryūgyoku aus der Schule des Gyokuhōsai Ryūchin stammt.