Stehender Daruma

 

Der Patriarch steht mit vor der Brust verschränkten Händen in leichter Linksdrehung und vornübergebeugt. Sein Körper ist in ein von gravierten Ranken überzogenes Gewand gehüllt, das nur Gesicht und die behaarte Brust freilässt. Mit zusammengezogenen Brauen und fest zusammengepresstem Mund ist sein Gesichtsausdruck finster.

Angesichts der stehenden Haltung und verschränkten Arme kommt der Gedanke an eine der wichtigsten apokryphen Episoden im Leben des Daruma auf: die Begegnung mit dem südchinesischen Kaiser Wu (464—549) der Liang-Dynastie. Das Gespräch zwischen dem kaiserlichen Förderer des Buddhismus und Daruma war unergiebig und frustrierend, denn der Kaiser wusste nichts mit den wortkargen Antworten des Patriarchen anzufangen. Daraufhin verließ Daruma den Kaiserhof und begab sich nach Norden in den Staat Wei. Hierbei überquerte er den Yangzi-Fluss auf einem Schilfrohr. Bei der Netsuke-Darstellung dieser Begebenheit wurde das Schilfrohr meist weggelassen.