Muschelgruppe mit den acht Ansichten von Ōmi

 

Im Inneren der acht kleinen Muscheln, die in zwei Ebenen angeordnet sind, befindet sich in anabori jeweils eine berühmte Ansicht des Biwa-Sees. Motive und Stimmungsbilder von acht Ansichten des Biwa-Sees in der Provinz Ōmi (Ōmi hakkei) sind seit dem 18. Jahrhundert spätestens standardisiert und mehr oder weniger leicht zu erkennen.

Die fünf Muscheln der unteren Ebene zeigen den Nachtregen und große Kiefer bei Karasaki (Karasaki no ya-u [Nachtregen bei Karasaki]), die Burganlage von Zeze auf einem gemauerten Sockel (Awazu no seiran [Klare Brise bei Awazu]), die lange Brücke über den Seta-Fluss, in dessen Mitte sich eine kleine Insel befindet und den Brückenverlauf unterbricht (Seta no yushō [Abendsonne in Seta]), ein Segelboot (Yabase no kihan [Heimkehrende Segelbote bei Yabase]) und der in den See gebaute Pavillon Ukimidō bei Katada (Katada no rakugan [Einfallende Wildgänse bei Katada], die einfallende Wildgänse sind nicht dargestellt).

Die oben aufliegenden Muscheln zeigen einen Glockenturm auf trapezförmigem Sockel (Mii no banshō [Abendglocken des Miidera]) und die lange Treppe, die zu einem Ständerbau führt (Ishiyama no shūgetsu [Herbstmond am Ishiyama]). Bei einer nicht zu identifizieren Landschaft muss es sich wohl um den Berg Hira (Hira no bōsetsu [Abendschnee auf dem Berg Hira]) handeln.

Es liegt auf der Hand, dass es schwer ist, diese Acht Ansichten dreidimensional darzustellen. Das Motiv Ōmi hakkei unter den Netsuke ist daher sehr selten.

Hōshinsai Nagamitsu 宝心斎永光 ist am besten für seine Muschelgruppen mit Landschaft in anabori bekannt. Ein sehr ähnliches Netsuke befand sich ehemals in der Sammlung Bushell (abgeb. in: The Netsuke Handbook of Ueda Reikichi, Tokyo 1961, Abb. 96). Andere Nagamitsu-Netsuke mit diesem Motiv zeigen die Ansichten in unterschiedlicher Abfolge.