
Alle Seiten des Inrō — inklusive der Schnurführungen — sind mit Rochenhaut überzogen. Darüber sind in makie von unten emporwachsende und sich verzweigende Bitterorangen-Zweige mit insgesamt fünf, teilweise mit aogai-Plättchen belegte Früchten und Blättern aufgetragen. Dazwischen befinden sich schlanke Glyziniedolden.
Bitterorange (tachibana) und Glyzine (fuji) sind die Wappenpflanzen des Tachibana- und des Fujiwara-Clans, zwei der wichtigsten Familien in Japans Geschichte. Das Motiv findet sich zudem in der japanischen Textilkunst seit der Momoyama-Zeit.
Die Haut des Rochens (same 鮫, Rhinobatus) wurde in Japan in erster Linie bei der Ausstattung von Schwertern verwendet. Man beklebte die Schwertgriffe mit Rochenhaut und umwickelte sie anschließend mit einem geflochtenen Band. Auch eine Schwertscheide konnte von Rochenhaut ummantelt sein. Die Verwendung von Rochenhaut in der Lackkunst wird „same-nuri“ 鮫塗り bezeichnet.
