Habichte in einer Kiefer

 

Auf allseitigem kinji ist eine Kiefer dargestellt, in der auf der einen Seite ein frontal dargestellter und zur Seite schauender Habicht und auf der anderen ein seine Flügel lüpfender Vogel, der sich zu seinem Artgenossen umwendet, sitzen. Das Gefieder ist in Silberlack wiedergegeben und die Binnenzeichnung in Schwarz und Gold ausgeführt. Die Augen sind aus Glas, das mit Goldfolie hinterlegt ist, und die Pupillen schwarz aufgetupft. Sie entsprechen in ihrer Leuchtkraft der Beschreibung der Habichtaugen im Bd. 5 der Samurai-Enzyklopädie „Buyō benryaku“ 武用便略 von 1684, wo die Augen des Habichts als „strahlender Diamant“ beschrieben werden. Regelmäßig gesetzte kirikane-Plättchen von unterschiedlicher Größe können als Moospunkte verstanden werden. Sie dienen aber auch dazu, dem Stamm über das reliefartige takamakie hinaus Plastizität zu verleihen.

Habichte (taka 鷹) wurden in Japan zur Habichtjagd (takagari 鷹場) gehalten. Diese Beizjagd war ein Sport des japanischen Adels (kuge) bis Tokugawa Ieyasu diesen zu einem shogunale Privileg machte. Habichte und andere Raubvögel waren ein Statussymbol. Die in shogunalem Dienst stehenden Kano-Maler wurden mit deren Darstellung beauftragt und Habicht-Inrō sind als standesgemäßes Samurai-Accessoire anzusehen.