
Auf allseitig unregelmäßig gehämmertem Grund erscheint auf beiden Seiten jeweils ein großes getriebenes Siegelschriftzeichen: Chi/haseru 馳 (gallopieren/gewinnen) und soku/seki 戚 (Verwandter/Traurigkeit). Die Bedeutung dieser Schriftzeichenkombination entzieht sich, wobei auch offen ist, in welcher Reihenfolge sie gelesen werden.
Heinz und Else Kress haben sich mit diesem Inrō-Typ in einem Aufsatz beschäftigt (Sentoku Inrō Decorated with Shintō Tama Beads and Ancient Chinese Mottoes, in: International Netsuke Society Journal, Bd. 38, Nr. 3 [Herbst 2018], S. 41-50). Das Ornament am untersten Fach des Inrō identifizieren sie als magatama, ein Kleinod der Shintō-Religion. Bei genauerem Hinsehen jedoch erkennt man hier Stirnfalten und gravierte Augen, so dass es sich bei diesem vorliegenden Inrō um einen stilisierten Affenkopf handelt. Dieser Affenkopf wiederholt sich auf dem Scheitel des Inrō.
Bei diesem Inrō handelt es sich um ein Behältnis für Tusche (sumitsubo), das vormals an einem röhrenförmigen Pinselfutteral (fudezutsu) aus sentoku hing.
