
Ein Hütejunge mit umgebundenem Korb, in dem sich ein Beil befindet, sitzt mit einem untergeschlagenen und einem herabhängenden Bein Flöte spielend auf einem liegenden schwarzen Ochsen. Das Leitseil ist durch die Nüstern geführt und fällt locker am Hals herab, umspielt die Hörner und Ohren und schlingt sich in zwei Strängen um den Körper des Ochsen, wobei es über dem Oberschenkel des Jungen zu liegen kommt. Auf dem schwarzen Tierkörper macht sich der golden glänzende Draht besonders fein und elegant aus.
Das Netsuke ist ein Meisterwerk der Schnitzkunst. Das Zusammenspiel verschiedener Materialien und Texturen fordert den betrachtenden Blick heraus. Die Augen des Ochsen wirken wie eingelegt sind aber sorgsam poliert und treten als Glanzpunkt unter der Lidfalte hervor.
Nanyō 南陽 soll ein Schüler des Ichimuken Nanka 一夢軒南柯 (tätig ca. 1820—1850) aus Izumi gewesen sein. Wie sein Lehrer schuf er Elfenbein-manjū mit japanischen Landkarten. Eines seiner Motive ist der Hütejunge auf einem liegenden Ochsen. Sehr ähnliche Stücke befinden sich im Asian Art Museum, San Francisco, im Tokyo National Museum (ehemals Slg. Go) und im British Museum (ehemals Slg. Anne Hull Grundy).

