
Ein shishi sichert sich einen großen Ball, indem er drei Pranken über ihn legt und ihn mit einer Hinterpranke festhält. Seine Wildheit kommt im stark gelockten Fell zum Ausdruck. Haarsträhnen unterschiedlicher Länge rollen sich spiralig ein, während durch runde Erhebungen angedeutete Fellwirbel die Flanken überziehen. Das Tier bleckt die Zähne, in der Mundhöhle rollt ein kleiner beweglicher Ball.
Das Netsuke ist ein gutes Beispiel für eine shishi-Schnitzarbeit aus dem Kansai-Gebiet. Die kraftvolle Energie des Tieres ist in erster Linie durch das üppige gebauschte Fell wiedergegeben.
Unter dem japanischen Begriff shishi (wörtlich: Löwen-Kind) versteht man jene löwenähnliche, weniger gefährliche als drollige Tiere, die in der ostasiatischen Kunst immer wieder anzutreffen sind. Shishi gelten einerseits als Verteidiger der buddhistischen Lehre und Beschützer der Tempel, andererseits sind sie Sinnbilder von Kraft und Mut.

