Neun Schwertnadeln (kōgai)

 

Auf nashiji sind umlaufend kreuz und quer Schwertnadeln (kōgai) arrangiert. Bei den meisten kōgai hier ist der Griff dekoriert mit einer versenkten Reserve, gefüllt einerseits mit Familienwappen, andererseits mit pflanzlichen Motiven. Zu sehen sind folgende Familienwappen (kamon): auf der einen Seite Pflaumenblüten (Kaga ume-bachi-mon) und auf der anderen eine Kürbisblüten (Maruoka kamon). Zwei bzw. ein kamon sind jeweils aus sentoku gefertigt und appliziert, während das andere bzw. die anderen beiden mon ihre Metallauflage verloren haben. Die pflanzlichen Dekormotive bestehen aus Päonienzweigen, Blattzweigen sowie unidentifizierten Motiven in makie auf sehr feinem nashiji in einem kälteren Goldton als der nashiji des Fonds. Die Schwertnadeln selber waren ursprünglich gänzlich mit schwarzem Lack überzogen. Durch Abrieb tritt heute die kastanienbraune Grundierung hervor.

Die eigentliche Funktion des kōgai ist umstritten und es gibt verschiedene Meinungen. Eine ist, dass es dem Richten der Haare diente, die nach dem Abnehmen des Helms wieder in Ordnung bracht werden mussten. Das kleine Löffelchen am stumpfen Ende des kôgai soll hingegen als Ohrenreiniger fungiert haben. Es gibt eine kleine Gruppe von Inrō mit Dekor von kōgai, kozuka, fuchi-kashira und weiterem kleinen Schwertzubehör, die alle ins 17. Jahrhundert datiert werden.