Herzpolierer

 

Ein Mann mittleren Alters kniet auf einer Platte, deren Kontur und Binnenzeichnung auf der Unterseite dem Schriftzeichen „Herz“ (kokoro 心) nachempfunden ist. Er stützt sich mit der linken Hand auf und reinigt und poliert die Oberseite des Schriftzeichens mit einer Küchenbürste (sasara) aus Bambusspänen.

Die Darstellung illustriert den Ausspruch „kokoro o migaku“ („Das Herz polieren“), der nach Ehmann soviel wie „sich bessern“ bedeutet. Es kann aber auch bedeuten „Befreie deinen Geist von Trübungen“, „verfeinere Weisheit und Tugend“ oder „kultiviere dich selbst“. Eine Auslegung wäre auch „seinen Charakter zu schulen während man poliert“.

Es war vor allem die Werkstatt des Yamaguchi Tomochika (1830—1873) sowie dessen zahlreiche Schüler und Minkoku, die dieses Thema ausführten. Typisch für Tomochika und seine Nachfolger sind die fein modellierten liebeswürdigen Gesichter und die zeittypischen kleinen Muster (komon) der Gewänder.